5. Die Hintertür

 

In der Wirtschaft konnte und kann man heute einige interessante Beobachtungen anstellen. So benutzte zum Beispiel ein Kneipenbesucher die Tatsache, dass es in der alten Wirtschaft eine Vorder – und ein Hintertür gab für seine amourösen Abenteuer. Er kam in die Kneipe, bestellte ein Bier und verließ denn Schankraum dann nach einiger Zeit durch den hinteren Ausgang. Anfangs dachte jeder er geht zur Toilette, die sich damals draußen auf dem Hof befand. Bald aber bemerkten verschiedene Stammgäste, dass dieser Toilettenaufenthalt immer sehr lange dauerte. Man beobachtete von da an natürlich die ganze Sache einmal genauer, und stellte fest, dass der Mann das Grundstück durch die Waschküchentür verließ. Die Waschküche war nämlich nicht nur von unserem, sondern auch von dem Nachbargrundstück aus zu begehen. Auf dem Rückweg ging es in umgekehrter Reihenfolge. Nachdem dieses Geheimnis gelüftet war, wurden natürlich Überlegungen angestellt, wie sie dem Betroffenen einen Streich spielen könnten. Sie warteten voller Ungeduld, dass mal wieder so ein „Ausflug“ stattfand. Kaum war die Waschküchentür geschlossen, wurde sie mit leeren Getränkekästen vollständig verbarrikadiert. Dann harrte man voller Ungeduld der Dinge, die da kommen sollten. Es dauert einige Zeit, da hörte man draußen ein Wahnsinnsgetöse. Alle wussten, jetzt war der „Ausflügler“ wieder zurückgekommen und in die Barrikade gelaufen. Alle freuten sich diebisch aber niemand verlor ein Wort über die Sache.